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Shake Yer Dix

“C’mon baby and shake that thing / You make my panties go ping”, sang Peaches in ihrem 2004 veröffentlichten Song Shake Yer Dix, und nun schlackert es nicht minder ekstatisch in einem interaktiven Musikvideo, das diese knapp dreieinhalbminütige Aufforderung zum Genitalrotieren mit den passenden Bildern unterlegt.

Adäquat eingeleitet mit den Worten “Warning! Genitalia”, poltert das Electroclash-Stück prompt los – jedenfalls, wenn man kontinuierlich die Maus und damit die Geschlechtsteile der gezeigten Torsos wild herumwirbelt. Stellt man die Bewegungen hingegen ein, stoppt prompt auch die Musik mit einem ungelenkten Entschleunigungsgeräusch.

Wie grazil und schnell man die Peripherie kreisen lässt, ist indes völlig egal. Hier geht es um den Spaß am Tanz und dem eigenen Körper. Aus diesem Grunde bedient sich Shake Yer Dix denn auch einer breiten Palette von Körperfarben, -formen, variierenden Körperbehaarungsintensitäten und damit einer Vielfalt, die sicher ganz im Sinne von Peaches wäre, da sie Körperlichkeit und damit verbundene Ideale in ihrem Schaffen regelmäßig hinterfragt.

Da nach drei Minuten und zweiundddreißig Sekunden Penes, Brüste und Vaginen sowie das zum großen Finale einsetzende Stroboskoplicht im Kopf munter weiterflackern, kann man diesem Werk zweifellos einen bleibenden Eindruck attestieren. Wesentlich interessanter wäre es allerdings gewesen, die wedelnden Gliedmaßen nicht per Maus oder Gamepad, sondern mittels Kinect-Kamera zu steuern. So manche Ausstellung würde sicher davon protifieren, wenn es dann und wann hieße:

“Shake yer dix, shake yer tits, shake your dix, shake your tits, shaker”