Weirdness

Sex Boat

Langsam fährt er mit seinen starken Fingern über meine bebenden Lippen und signalisiert mir auf die denkbar charmanteste Art, endlich still zu sein. Auch hier, auf diesem riesigen Fluss, fühle ich mich beobachtet, sitzen wir doch auf dem offenen Deck des kleinen Fischerbootes, von allen Seiten einsehbar. Doch Aléjandro lässt sich nicht beirren, weiß um meine aufschäumende Sehnsucht, die sich ebenso wenig zähmen lässt wie die Gischt, deren brachiale Gewalt sich an einem nahegelegenen Felsen entlädt. Wir sind nicht auf irgendeinem Boot, das weiß ich nun. Wir sind auf einem Sex Boat.

Wie um mich zu triezen, streicht Aléjandro den Träger meines Kleides nur langsam an der Schulter entlang und schließlich hinunter. Jede seiner Berührungen wirkt elektrisierend, lässt meine Haare zu Berge stehen und mich nach mehr verlangen. Doch plötzlich hält er inne, schaut mir tief in die Augen und sagt: “Ich will bei dir sein, Cécile, in dir sein. Für immer.” Erst in diesem Moment werde ich aus meiner Trance gerissen und realisiere, dass nicht ich gemeint bin, sondern mein weibliches Alter Ego im Spiel.

Sex Boat besticht durch eine derart meisterhafte Erzählweise, dass es ein Leichtes ist, sich in der erotischen Geschichte über eine unerwartete Begegnung im Hafen von Heilbronn gänzlich zu verlieren. Grafisch wird die dichte Atmosphäre durch eine hochauflösende, malerische Landschaft und die geschmackvoll-dezente Lichtsetzung unterstützt, die das passende Ambiente für knisternde Stunden zu zweit kreiert. Begleitet von sanften Pianoklängen und den Geräuschen der Natur, verweilen Cécile und Aléjandro schließlich auch bis zum nächsten Morgen auf dem Wasser und leben gemeinsam ihre bislang unterdrückten Fantasien aus. Es geht heiß her auf dem Sex Boat.

Mutmaßlich jedenfalls, denn die Windows-Version des Spiels ließ sich auf keinem meiner Computer installieren.