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Bunny Bunny Smackdown

Konsens ist ein Thema, das zuletzt vermehrt in Spielen verhandelt wurde, nicht nur in Form eines narrativen Schwerpunkts. Gerade die Frage wie Mechaniken einvernehmliches Handeln widerspiegeln können, beschäftigt immer mehr Entwickler_innen – wohl auch, weil das Medium zugänglicher geworden ist für Menschen unterschiedlichster Erfahrungshorizonte und damit auch für solche, die sich intensiv mit Sexualität und all ihren Facetten befassen.

Die Auseinandersetzung mit diesem an sich komplexen Sachverhalt muss dabei keineswegs ebenso verklausuliert geraten, wie Bunny Bunny Smackdown beweist. In dem Spiel gilt es schlicht, anderen Hasen ihre Ärsche zu versohlen und dabei Rücksicht auf individuelle Vorlieben zu nehmen: So will etwa Emma nicht geschlagen und Kiki so oft wie möglich geküsst werden. So simpel das Prinzip – gerade aufgrund der nur drei verfügbaren Aktionen – auch ist, wird es schnell kompliziert, wenn mit steigendem Schwierigkeitsgrad immer mehr Häschen durch das Schlafzimmer springen und sich seltsamerweise als äußerst wehrhaft entpuppen.

Wird man selbst zu oft getroffen, beendet die schwindende Ausdauer eine Runde relativ schnell. Geht man deshalb zu hektisch vor und missachtet die Präferenzen der Gespiel_innen dreimal in Folge, verlassen diese wütend den Raum und geben ein entsprechend niederschmetterndes Fazit ab. Nur, wenn sowohl die eigenen als auch alle anderen Bedürfnisse zeitgleich gestillt werden, lässt sich das Spiel erfolgreich und mit positiver Resonanz beenden. Diese wird begleitet von einer Schulnote, welche die abschließende Statistik schmückt und arg deplatziert erscheint, denn sexuelle Aktivitäten auf eine so plumpe Weise zu bewerten, will nicht recht ins übrige Konzept des Spiels passen.

Das gilt auch für den ergänzenden Mehrspielermodus, in dem bis zu vier Spieler_innen gegeneinander antreten, jedoch keine persönlichen Vorlieben festlegen können. So gerät das Geschehen zu bloßem Gerangel, das zwar durch die spürbare Durchschlagskraft jedes Hiebs durchaus befriedigend ist, mit Sexualität und konsensueller Gewalt jedoch nicht mehr viel zu tun hat, so man nicht beschließt, die entsprechenden Regeln selbst vor dem PC auszuhandeln.

Empfehlenswert ist Bunny Bunny Smackdown dennoch, weil es sehr anschaulich zeigt, wie simpel das Prinzip der Konsensualität eigentlich ist – ob nun im digitalen oder analogen Spiel: Man legt gemeinsam Regeln fest, hält sich daran und hat in diesem mal mehr, mal weniger engen Rahmen Spaß miteinander.